Die Ausstellung mit über 300 Werken zeigt auf, wie die scheinbar gegensätzlichen Disziplinen Kunst und Medizin die menschliche Physis und Psyche reflektieren. Nachgezeichnet werden Schlüsselmomente der Medizingeschichte vom 19. Jahrhundert bis in die unmittelbare Gegenwart.

Die Beschäftigung mit dem physischen Befinden in der Kunst ist so alt wie die Kunst selbt

«Gesundheit» ist ein Dauerbrenner. Der sensible Körper ist Arbeitsinstrument und Betrachtungsgegenstand zugleich. Ausgehend von den Sammlungsbeständen des Kunsthauses wird in sechs Kapiteln das produktive Wechselspiel von Krankheit und Schmerz, Medizin, Pflege und Heilung anhand von 300 Exponaten, darunter über 200 von rund 40 nationalen und internationalen Leihgebern, nachgezeichnet. Frühe Beispiele stammen aus dem 15. Jahrhundert, die jüngsten von 2022 wurden eigens für die Ausstellung produziert.

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Herbert Ploberger, Selbstbildnis mit ophthalmologischen Lehrmodellen, um 1928/1930, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, 2022, © ProLitteris, Zurich
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Barbara Hammer, Sanctus, 1990, 16-mm-Film auf HD-Video übertragen, Courtesy of the Hammer Estate and Electronic Arts Intermix (EAI), New York, and KOW, Berlin © Hammer Estate
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Lotte Luise Volger, Lupus erythematodes, undatiert, Moulagenmuseum des Universitätsspitals und der Universität Zürich, © Moulagenmuseum USZ/UZH
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Paul Klee, Gebärde eines Antlitzes I, 1939, Kunsthaus Zürich, Geschenk der Klee-Gesellschaft Bern, 1948
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Christoph Hänsli, Die Festung 4, 2017, Privatbesitz, © 2022, ProLitteris, Zurich
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Duane Hanson, Medical Doctor, 1992–1994, Courtesy the Estate of Duane Hanson and Gagosian, Foto: Robert McKeever, © 2022, ProLitteris, Zurich
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Kiki Smith, Untitled, 1992, D.Daskalopoulos Collection, © Kiki Smith

Sämtliche Medien von Zeichnung und Malerei über Skulptur bis Video, Rauminstallation und Performance sind in dieser asynchron-assoziativen Abfolge wiederzufinden. Der Hauptfokus der Kunstwerke richtet sich auf körperliche Gebrechen. Die Themenbereiche drehen sich um das «goldene Zeitalter» der Medizin, «Pandemien und Prophylaxe», «Komplementärmedizin und Selbstheilung», «der diagnostische Blick», Spital und Pflege», «Medikation und Forschung» und schliesslich «Betroffene am Scheideweg» vom normalen zum singulären Körper. Altbekannte Namen treffen auf junge Künstlerinnen in ihren Zwanzigern, die das breite Spektrum und die spannende Entwicklung des Diskurses rund um den kranken Körper verdeutlichen.

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Meret Oppenheim, Glove, 1985 Parkett-Ed. Nr. 4, Kunsthaus Zürich, Geschenk von Ursula Hauser, 2004 © 2022, ProLitteris, Zurich

Künstlerinnen und Künstler

Die Ausstellung umfasst die Positionen von 50 Künstlerinnen und Künstlern des 19. bis 21. Jahrhunderts, mit Abstechern zurück bis ins 15. Jahrhundert: Panteha Abareshi, Ilit Azoulay, Jean-Michel Basquiat, Judith Bernstein, Joseph Beuys, Louise Bourgeois, Rachal Bradley, Stefan Burger, Sophie Calle, Sabina Carraro, Georges Chicotot, Honoré Daumier, Jean Dubuffet, Albrecht Dürer, Max Ernst, Adolf Fleischmann, General Idea, Michael Günzburger, Anna Halprin und Ruedi Gerber, Barbara Hammer, Christoph Hänsli, Duane Hanson, Lynn Hershman Leeson, Damien Hirst, Ferdinand Hodler, Andreas Hofer, Hanspeter Hofmann, huber.huber, Anna Jermolaewa, Hennric Jokeit, Fritz Kahn, Martin Kippenberger, Paul Klee, Herlinde Koelbl, Bruce Nauman, MANON, Michelle Miles, Shana Moulton, Thomas Müllenbach, Matt Mullican, Meret Oppenheim, Uriel Orlow, Herbert Ploberger, Maria Pomiansky, Marc Quinn, Arnulf Rainer, RELAX chiarenza & hauser & co, Pipilotti Rist, Ana Roldán, Pamela Rosenkranz, Corinne L. Rusch, Talaya Schmid, Kiki Smith, Veronika Spierenburg, Jules Spinatsch, Lucy Stein, Daniel Spoerri, Rosemarie Trockel, Luc Tuymans, Varlin, Andreas Vesalius, Lotte Luise Volger, Christine Tien Wang, Nives Widauer.

Unterstützt von der Privatklinik Bethanien

Abb: Manon, Selbstporträt in Gold, 2012, Courtesy the artist, © 2021, ProLitteris, Zurich

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